Psychotherapie aus queer-intersektionaler Perspektive

Wann:
23. Oktober 2021 um 19:00 – 20:30
2021-10-23T19:00:00+02:00
2021-10-23T20:30:00+02:00
Wo:
musa
Preis:
Spenden willkommen
Kontakt:
LesBiSchwule*KULTURTAGE

mit Sabrina Saase

Zu Psychotherapie haben alle eine Meinung: Die einen kommen dank ihr besser durch’s Leben, andere haben Angst über Gefühle oder generationale Traumata zu sprechen, andere haben als Psychotherapeut*innen ein Burnout, andere machen ehrenamtliche therapeutische Unterstützungsarbeit im Freundeskreis oder vielleicht in der Arbeit mit Geflüchteten. Manche bekommen einfach keinen Therapieplatz oder -ausbildungsplatz. Einige kennen auch Diskriminierungen im Therapiesetting. Therapeutische Metaphern, wie z.B. „Das ist doch schizophren“ finden sich – nicht immer in korrekter Bedeutung – längst in der Alltagssprache. Im Vortrag möchte ich Psychotherapie aus queer-intersektionaler Perspektive diskutieren, um Meinungen zu Psychotherapie weiter auszudifferenzieren.

Die psychologisch-psychiatrischen Disziplinen genießen den Ruf zu helfen und heilen. Sie sind jedoch v.a. auch durch Pathologisierung, Normierungsdruck, Paradigmen von Leistungsfähigkeit, Profitabilität des Berufsfelds, Hierarchien sowie euro- und androzentrische Forschung reproduzierender Teil von Machtstrukturen. In diesem Vortrag möchte ich einen politischen Blick aus antidiskriminierender Perspektive auf die hiesige Psychotherapie werfen. Dabei wird aus historischer und gegenwärtiger Perspektive sowie anhand eigener Forschung beleuchtet wie Herrschaftsverhältnisse auf Psychotherapie wirken, dort weiter bestehen und (teils) reproduziert werden. Im Fokus stehen dabei Diskriminierungen von Klient*innen sowie Therapeut*innen sowie eine Verantwortung im Sinne von Social Justice auch außerhalb des Therapieraums. Diskutiert werden v.a. best practice examples und erste Ansätze von intersektionalitäts-informierten Psychotherapien z.B. Konzepte wie Location of Self oder intersektionale therapeutische Selbstoffenbarung oder intersektionales Privilegienbewusstsein als ressourcenorientierte Ansätze. Lasst uns zusammen überlegen: wie kann eine adäquate nicht-essentialisierende psychotherapeutische Versorgung aus intersektionaler Perspektive aussehen?


Sabrina Saase:

Sabrina Saase promoviert zu Intersektionalitäts-informierter Psychotherapie (TU Braunschweig in Kooperation mit SFU Berlin) und lehrt an verschiedenen Universitäten (z.B. TU Berlin, TU Braunschweig, HU Berlin, SFU Berlin) zu intersektionalen Themen und deren Umsetzung in qualitativen und quantitativen Forschungsmethoden.

Sabrina Saase forscht zu den Themen Intersektionalität, Privilegienbewusstein, intersektional-sensible psychotherapeutische und pädagogische Kompetenzen, Bildung, Diversität, Antidiskriminierung, Handlungsmacht (Agency), Selbstpositionierung/Selbstoffenbarung (Location of Self), Zugehörigkeit (Belonging), intersektionale/Queere/Gender Forschungsmethoden, Netzwerktheorien, Cyborg-Theory, lesbische & trans* Lebensweisen und Widerstandsstrategien in der ehem. DDR.

Mehr über Sabrina Saase:

https://www.sfu-berlin.de/wp-content/uploads/CV_Saase.pdf

https://psychologie.sfu-berlin.de/de/forschung/forschungsprofil-psychologie/

https://sfu-at.academia.edu/SabrinaSaase


Anmeldung erforderlich

Die Anmeldung ist ab Mitte September auf dieser Website möglich.


Veranstlater*innen

LesBiSchwule* KULTURTAGE

Gefördert durch Mittel des Verein Niedersächischer Bildungsinitiativen e.V.